Der Mond steht nach wie leuchtend hoch am Himmel, so dass man heute keine Taschenlampe braucht. Ich erklimme die Düne, verharre kurz dort, wo Inken vor wenigen Minuten noch gestanden hat. Dann stapfe ich durch den tiefen schweren Sand bis zur ersten Mole, denke an meinen alten Freund Leif und daran, welchen Einfluss er auf mein Leben gehabt hat. Wie konnte ich überhaupt auf die Idee kommen, diesen Ort zu verlassen. Eine Sternschnuppe leuchtet am Himmel auf. Doch die Wünsche, die ich verspüre, kann mir niemand erfüllen. Ich möchte Leif zurückhaben. Olav. Und auch Liv. Daher trotte ich weiter am Strand entlang, sauge die Luft gierig ein. Was habe ich mich in Deutschland schlapp gefühlt. War häufig erkältet und ständig müde. All diese Symptome sind seit meiner Rückkehr hier in den Norden wie weggeblasen. Die nächtlichen Spaziergänge sollten allerdings nicht zur Gewohnheit werden. Der Arbeitsalltag ist kräftezehrend und ich habe noch viel vor. Aber die Stille zu dieser Uhrzeit in Kombination mit dem Meeresrauschen tut meiner Seele unglaublich gut.